Samstag, 6. Juni 2015

Rezept: Marillenknödel, das Omarezept! (...und meine gluten-/getreidefreie Variante)

Marillenknödel sind für mich Kindheitserinnerung pur. Die weltbesten gab es immer bei meiner allerliebsten Oma: ein heißer Tag zu Beginn der Sommerferien, Marillenknödel zum Mittagessen am vollbesetzten Familientisch mit meinen vielen Onkeln und Tanten, ein Glas kalte Milch dazu... danach musste man immer mindestens 20 Minuten warten, bevor man wieder in den Pool springen durfte. Und wenn man nach einer Stunde im kalten Wasser, mit blauen Lippen, in ein Badetuch gewickelt und mit nassen Füßen durch das Wohnzimmer in die Küche tappste, dann nur, um noch einmal einen kalten Marillenknödel zu stibitzen...

Apricot-dumplings are THE memory of my childhood. Of course the very best were made by my beloved grandmother: a hot day in the summer-holidays, apricot-dumplings for lunch and a glass of cold milk aside, all my uncles and aunties at the huge family-table... we always had to wait 20 minutes before we were allowed in the pool again. And later on, when we were shivering and our lips were blues and we were covered in a giant towel, we would sneak back into the kitchen leaving a trail of wet spots on the floor, just to snitch another dumpling...




Zum Glück (und dafür bin ich wirklich dankbar) hab ich die Zeit, jeden Tag frisch zu kochen- Fertigprodukte und ähnliches kommen bei uns nie auf den Tisch. Rosa war letztens sehr amüsiert und auch etwas erstaunt, als ein Besuch meinte: "Suppe zu Mittag ist sehr praktisch, da hat man ja nicht viel zu tun. Einfach Wasser kochen und das Packerl aufreißen und 5 Minuten warten." Rosa hat doch tatsächlich noch niemals so eine Supper gegessen, zumindest nicht zu Hause:)


Luckily I have got the time to cook fresh everyday - freezer-meals and such are not to be found in my kitchen. Rosa was truly amused as well as surprised when a recent visitor mentioned that "soup for lunch is a convenient thing to cook. Just boil some water, open the package and wait 5 minutes." My girl has never eaten something like that, at least not at home :)





Ich koche gerne und fast immer auch ziemlich gut. Wir gehen eher selten außer Haus essen und oft endet ein Restaurantbesuch mit dem Gedanken, dass es zu Hause wohl doch besser geschmeckt hätte (mal abgesehen von gutem Sushi).
Was noch dazu kommt ist, dass ich schon ziemlich lange so gut keine raffinierten Kohlehydrate und mittlerweile auch kein Getreide (außer Reis und Quinoa) mehr zu mir nehme. Das hat weniger mit irgendwelchen Ideologien zu tun, als vielmehr mit dem eigenen Wohlbefinden :) So eine Art angepasste Paleo Ernährung...


I love to cook and think I am quite good at it too. We go out quite rarely, mostly because we end up thinking it would have been better eating at home (except for some good sushi).
And of course because I don't eat any refined carbohydrates for ages and for quite some time no grains such as wheat or rye (except for some rice and quinoa). I would call it an 80/20 paleo diet, with some occasional dairy product. No huge ideology, simply makes me feel so much better.




Paleo und österreichische Mehlspeisen vertragen sich ja auf den ersten Blick jetzt nicht gerade gut :) Man glaubt es kaum, aber viele Rezepte lassen sich, wenn auch nicht immer 100% Paleo, dann zumindest ohne Getreide zubereiten. Ich kann euch gar nicht sagen, wie begeistert ich von meiner Abwandlung der Marillenknödel bin! Geschmacklich sind sie wirklich sehr nah an den "echten" meiner liebsten Oma...

Paleo and Austrian kitchen don't seem to go together well :) Believe it or not, many recipes can be altered to fit a (semi-) paleo  lifestyle. I can not tell you how happy I am with my new grain-and glutenfree apricot-dumpling recipe! Almost like the "real" ones...




So, jetzt aber zum Rezept:

500g Topfen bzw. Quark
2       Eier
1       Prise Salz
200g Mehl    - für die normale Variante Typ 1050 Weizenmehl. 
                      - für die glutenfreie Variante 100g Kokosmehl und 100g Tapioca Mehl

ca. 15-20 Marillen/Aprikosen (oder auch große Pflaumen. Oder auch kleine Nougatkügelchen :)
Optional: Würfelzucker und etwas Rum

Alle Zutaten gut mit dem Mixer verühren und den Teig ca. eine halbe Stunde rasten lassen.
In der Zwischenzeit die Marillen waschen und trocknen. Für die echten Oma-Marillenknödel die Marillen vorsichtig auf einer Seite einschneiden und den Stein entfernen (muss man aber nicht!).
Einen großen Topf Wasser zustellen, wenn das Wasser kocht beginnt man mit dem Formen der Knödel. Auf der Arbeitsfläche ordentlich Mehl ausstreuen (glutenfrei nimmt man wieder gemischt Tapioca und Kokos). Den (noch recht klebrigen) Teig mit bemehlten Händen zu einer Rolle formen und gut fingerdicke Stücke abschneiden. Ein Stück Würfelzucker kurz in Rum tunken und statt dem Kern in die Marille stecken (optional!). Jetzt wird ein Stück Teig flach gedrückt und die Marille darin eingeschlagen. Zu einem schönen Knödel formen, noch einmal ein bisschen durch das Mehl auf der Arbeitsfläche rollen und sofort in das leicht siedende Wasser einlegen.
Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis alle Knödel im Wasser sind. Kochzeit beträgt ca. 25 Minuten- es muss schon gut nach Marillen duften, damit die Früchte auch schön gegart sind!

So, während die Knödel im Wasser sind, in einer großen Pfanne ein schönes Stück Butter zerlassen und entweder ca. 200 g Semmelbrösel oder geriebene Haselnüsse/Mandeln leicht bräunen. Nach Belieben etwas braunen Zucker (oder Kokosblütenzucker) zufügen bzw. ein bißchen Zimt.

Wenn die Knödel fertig gekocht sind, einzeln aus dem Wasser heben und in der Bröselmischung schwenken. Fertig!


Well, here are is the recipe:

500g quark/curd - german cream cheese
2       eggs
1       pinch of salt
200g flour (not to fine wheat flour) or for the glutenfree version 100g coconutflour and 100g tapioca flour.

about 15 apricots (or big plums)
sugarcubes and some rum (optional)

Mix all the ingredients for the dough thoroughly and leave to rest for 30 minutes. Meanwhile wash and dry the apricots. If you like, cut them open on one side and remove the stone (optional). Fill a big pot with water and bring to a slight boil. 
Place flour on your work surface and form the dough into a sausage. You will need to have flor on your hands whilst working, the dough is still quite sticky! Cut into 1,5-2 cm wide pieces. Take one apricot and replace the stone with a piece of sugar briefly dipped in rum (optional!). Stretch a piece of dough and place an apricot in the middle. Coat it properly and roll into a nicley shaped dumpling using some of the flour on your hands...
Place immediately in the slightly boiling water. Repeat for all the apricots. Cooking time is app. 25 minutes, there has to be some lovely apricot scent in the air: that is when they are done!
While cooking, place a big knob of butter in a pan and let it melt. Pour in 200 grams of either breadcrums or ground hazelnuts/almonds and slightly roast for a bit. Add some sugar /coconut-sugar and cinnamon to taste.
When the dumplings are ready take them out of the water and roll them in the crumbs/nuts to coat evenly. Ready to be served!





Ich wünsch euch viel Spaß beim nachkochen- guten Appetit!


Have fun with this recipe!




Nell

Kommentare:

  1. Ich liebe Marillenknödel ... am besten macht die bei uns mein Papa - aber so langsam muss ich wohl selber ran. Bei uns im Allgäu - aber vielleicht ist das auch die böhmische Variante vom Papa - gibts die aber traditionell mit Strudelteig - hauchdünn außen herum, dazu zerlassene Butter und Streusel .... göttlich - allein der Gedanke. Ich muss gleich am Montag Marillen suchen - aber so richtig leckere überreife - so schmecken sie am allerbesten! LG Ingrid

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  2. Ahhh ... eine glutenfreie Mehlspeise! Das muss ich mir unbedingt abspeichern und dann bei Gelegenheit ausprobieren. Ich esse seit Januar glutenfrei, auch zwecks dem Wohlbefinden und es macht einen großen Unterschied. Ich esse leider noch zu viele andere Kohlenhydrate, mit der Zeit werd ich's schon schaffen.
    Alle Achtung, dass du immer frisch kochst! Ich darf/muss auch jeden Tag kochen, aber es gibt Zeiten, da würde ich am Liebsten die Küche nicht betreten :-)
    Liebe Grüße, Ingrid

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  3. Glutenfrei geht wirklich wunderbar, ich mache das auch schon seit langer Zeit... z.B. Kaasspatzln kann ich mittlerweile sehr gut... über Marillenköndel hab ich mich noch nicht drüber getraut, aber deine muss ich einfach ausprobieren ... Wenn eine Österreicherin ein österreichisches Rezept versteinzeitlicht, dann gehört das auf einen tiroler Mittagstisch .. ob sie in der Steinzeit schon Kokos- und Tapioca Mehl hatten *prust* ... aber wie du es hältst so mache ich das auch, ich esse nur das was mir gut tut ...
    Danke für dein Rezept
    LG Birgit

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  4. Paleo und östrreichische Mehlspeisen... ja, das ist ein Gegensatz!
    Ich mach meine Marillenknödel ja cuh nach Oma-Art. Und die hat immer so wenig Mehl wie nur irgendwie möglich verwendet - kannst du ja mal probieren, die werden nämlich extra flaumig. Sind ja auch Wacher- Knödel ;-)
    Genaue Mengenangaben gibts keine - mach ich immer nach Gefühl.
    1 Packerl Topfen =250 g reicht für etwas 7-9 Knödl, kommt einfach auf die Fruchtgröße an. Vermischen mit 2 cm zerlassener Butter und 1 Ei, eine Prise Salz. Und dann kommt Mehr dazu - eh klar... ABER! Ganz, ganz wenig - und ein zwei EL Grieß. Es kommt so wenig Mehl dazu, dass das eigentlich noch nach Topfenaufstrich ausschaut. So eine Konsistenz, die eigentlich gar nicht als Teig erkennbar ist. Du musst die Hände nass machen und die Frucht in den Gatsch einwickeln und ins heiße Wasser gleiten lassen, das aber ja nicht kochen darf. Falls sich im Wasser alles zerlegt... noch ein Spürchen Mehel dazu.
    Liebe Grüße!

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  5. Oh, wie lecker, das mus ich unbedingt mal versuchen , vielen Dank für das Rezept, das habe ich mir gleich abgespeichert, soetwas habe ich noch nicht probiert, ich freue mich schon aufs Ausprobieren, liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht dir Miri

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  6. Da läuft mir gleich das Wasser im Mund zusammen! Meine Oma hat früher auch immer Pflaumenknödel gemacht - so lecker. Ich hab die aber wahrhaftig noch nie selber gemacht, das muss ich aber unbedingt nachholen, sobald meine Basenfastenwoche um ist. Danke für die Inspiration und das Rezept!

    Lg, Tabea

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  7. Mir läuft allein schon beim Posttitel das Wasser im Mund zusammen! Marillenknödel erinnern mich immer an meine Zeit in Südtirol, da hast du mir gerade einen schönen Flashback beschert, der mir das Herz ganz warm macht! Ich muss eigentlich nicht Glutenfrei essen, aber ich werde deine Variante auf jeden Fall mal zubereiten.

    Danke für einen warmen Bauch und warmes Herz!

    Hugs, Thea / http://maedchenvommeer.blogspot.de/

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